
Beste Olympus OM-D E-M1 Mark II Systemkamera (bis zu 60 Bilder/sek., 121 AF Punkte,20 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) TFT LCD-Display, 4k Video, HDR, 5-Achsen Bildstabilisator) schwarz Test
Olympus OM-D E-M1 Mark II Systemkamera (bis zu 60 Bilder/sek., 121 AF Punkte,20 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) TFT LCD-Display, 4k Video, HDR, 5-Achsen Bildstabilisator) schwarz Kundenrezensionen:
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Von Stephan
*****Update vorab 09.05.2017:*****Mit dem gestern (08.05.) erschienenen Firmware-Update 1.2 ist die unter "10. Kinderkrankheiten" beschriebene Inkompatibilität mit Studioblitzen behoben. Gerade ausprobiert sowohl mit Focus Bracketing als auch mit HighRes - funktioniert. Damit ist die MkII endlich praktisch voll studiotauglich.*****Ende Update*****Wenn man der MkII eins bescheinigen kann, dann, dass die verwendeten Technologien zum größten Teil wirklich State of the Art und bis zum momentan machbaren Limit ausgereizt sind. Stellt man sich aber die Frage, was "hinten raus kommt", also inwiefern die technologische Entwicklung Bilder und Arbeitsweisen möglich macht, die den Kauf einer neuen Kamera rechtfertigen, dann wird die Liste der Kaufargumente doch ein Stück kürzer.In dieser Rezension betrachte ich die E-M1 MkII vor allem im Vergleich zum Vorgänger E-M1 und so gut wie ausschließlich auf den Anwendungsbereich Foto bezogen - es ist zwar nett, dass die Kamera jetzt auch mit zeitgemäßen Leistungsdaten beim Filmen aufwarten kann, aber wäre das mein Anwendungsschwerpunkt, wäre ich wohl eher bei Panasonic gelandet.Welche Aspekte ich dabei näher betrachte und welche nicht, mag wenig systematisch erscheinen - ich konzentriere mich auf die Punkte, die nach meinem Wissensstand bei speziell dieser Kamera wichtig bzw. auffällig sind. Schon so wird diese Rezension wirklich lang (und damit meine ich: WIRKLICH lang).Aber fangen wir mal an:1. ErgonomieAuffällig: Ein sehr großer Teil der Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger E-M1 hat überhaupt nichts mit technischer Entwicklung zu tun, sondern vielmehr damit, dass Bedienelemente und konstruktive Merkmale (wieder) eingeführt wurden, deren Fehlen oder Fehlpositionierung bei der E-M1 einfach ein Ärgernis waren. Besonders Nutzer, die mit den SLR-Modellen des E-Systems schon wirklich professionelle Kamerabodies im Einsatz hatten und dann mit der E-M1 in vielerlei Hinsicht vor den Kopf gestoßen wurden, werden an der MkII Merkmale wiederfinden, die das tägliche Fotografenleben wieder auf ein adäquates Komfortlevel bringen. Im Einzelnen:- Für Kabelauslöser ist endlich wieder eine separate Buchse vorhanden, so dass ein Kabelauslöser nicht mehr zwangsweise den USB-Port belegt. Weiterhin befindet sich diese Buchse auf der rechten Seite der Kamera statt links, so dass auch die Hochformat-Montage auf dem Stativ wieder ohne Kompromisse möglich wird. Und zuguterletzt handelt es sich dabei (erstmalig bei Olympus) nicht um einen proprietären Anschluss, sondern um eine gängige 2,5mm-Klinkenbuchse, die adapterfrei an jegliche Art von Programmauslösern und MoCo-Robotik angeschlossen werden kann.- Das Display hat endlich wieder einen 2-achsigen Schwenkmechanismus (wie schon bei der E-3 und E-5). Dadurch kann man es zum einen auch bei Hochformataufnahmen benutzen, ohne sich zu verrenken, zum anderen kann man es nach innen klappen, so dass das Glas beim Transport geschützt ist.- Die Benutzerkonfigurationen C1, C2 und C3 (das, was bei der E-M1 "Myset" hieß) sind jetzt als feste Wahlpunkte auf dem Moduswahlrad verfügbar. Und das ist bitter nötig, denn die Konfigurationsmöglichkeiten der Kamera sind so umfangreich, dass man sie kaum vernünftig nutzen kann, ohne sich Einstellsätze abzuspeichern - das Wechseln aller sinnvollen Parameter beim Moduswechsel würde sonst mitunter Minuten dauern. Weggefallen sind dafür die unsinnigen Modi "Touch-Kombi" und "SCN", die kein ernsthafter Fotograf jemals benutzt hat. Zwar gab es schon bei der E-M1 die Möglichkeit, immerhin zwei der "Mysets" auf die (ebenfalls überflüssigen) Wahlpunkte "ART" und "iAUTO" zu legen, was aber sowohl unzureichend als auch unelegant und nicht zuletzt verwirrend war.- Apropos verwirrend: Zur E-M1 habe ich eine Rezension gelesen, in der der Rezensent sich über die unüberschaubare Flut an Konfigurationsmöglichkeiten beschwerte. Nun, dieser Benutzer wird mit der E-M1 MkII erst recht keine Freude haben. Die Kamera erfordert definitiv eine intensive Auseinandersetzung mit den vielfältigen Einstellparametern, sonst wird man die Möglichkeiten kaum jemals ausloten können.- Endlich mal ein sinnvoller Miniblitz!! Gab es bei der E-M1 nur den Klappblitz FL-LM2 dazu, der die Nachteile eines eingebauten Blitzes (geringe Leistung, keine Schwenkmöglichkeit) mit denen eines Aufsteckblitzes (muss zum Verstauen abgenommen werden, außerdem Beeinträchtigung der Wasserdichtheit durch Notwendigkeit des Accessory Ports) verband, macht die MkII mit dem mitgelieferten FL-LM3 ein klares Statement: Einen eingebauten Blitz gibt es zwar nach wie vor nicht, aber wenn ein Blitz aufgesteckt wird, dann kann der auch das, was man von einem Aufsteckblitz mindestens erwarten kann. Der FL-LM3 belastet zwar wie auch der -2 den Kameraakku und ist in der Lage, Remote-Blitze zu steuern, ist aber außerdem auf zwei Achsen voll schwenkbar. Auch wenn das nicht wirklich in vielen Situationen ein indirektes Blitzen ermöglichen wird (dafür ist die Leistung mit LZ 13/ISO 200 einfach zu schwach), ermöglicht es doch endlich (und ebenfalls erstmalig bei Olympus) das Remote-Blitzen ohne Störeinwirkung des zwangsweise auf das Objekt gerichteten Kamerablitzes.- Wenig Gutes gibt es leider vom Stativgewinde zu berichten. Das sitzt zwar jetzt endlich unter der optischen Achse, dadurch aber leider so nah am Akkufach, dass bei vielen Adapterplatten der Akkutausch nur mit abmontierter Platte möglich ist. Selbst wenn die Platte noch neben das Akkufach passt, schiebt in aller Regel spätestens der Stativkopf dem Akkuwechsel einen Riegel vor (selbst dann, wenn es ein schlanker Arca-Systemkopf ist). Der Akku kann also bei einer achsenkorrekten Stativmontage nur gewechselt werden, nachdem man die Kamera vom Stativ genommen hat, was wiederum umfangreiche Aufnahmeserien unmöglich macht. Abhilfe schafft zwar eine dezentrierte Stativmontage, aber die ist stabilitätsmindernd, bei Makroaufnahmen hinderlich, bei MoCo/Timelapse verfälschend und bei Panoramaköpfen unmöglich. Auch dass das Stativgewinde an die vordere Kante des Kameragehäuses versetzt wurde, trägt maßgeblich zur Unstabilität von Stativmontagen bei, denn entsprechend der Hebelrichtung ist die Fläche vor dem Gewinde von deutlich höherer Bedeutung als die dahinter. Insgesamt verschärft also leider das versetzte Stativgewinde genau die die Probleme, die es eigentlich mindern sollte.- Der im Vergleich zur E-M1 etwas vergrößerte Handgriff fällt auf den ersten Blick kaum auf, ist aber in der Auswirkung tatsächlich segensreich: Auch mit großen Händen (in meinem Fall Handschuhgröße 10-11, um einen Vergleich zu haben - oder wie es eine Freundin mal etwas profaner ausdrückte: "Der hat Hände wie Klodeckel!") kann man die MkII jetzt so greifen, dass Handflächen und Finger überall kraftschlüssig aufliegen, und sogar der kleine Finger passt jetzt noch auf dem Griff (bei der E-M1 hing meiner immer drunter).- Wie schon bei der E-M1 wundert man sich zwar erstmal über die unsinnige Auto-Aktivierung (und vor allem unsinnige Auto-Deaktivierung nach gefühlten 0,01 Sekunden) der Fokuslupe, aber dann schaltet man sie einfach (wie schon bei der E-M1) bei der Manufokus-Hilfe aus und legt die Funktion voll manuell schaltbar auf die F1-Taste. Somit ist die Fokuslupe auch für adaptierte Objektive verfügbar und auch dann, wenn man nicht per Fokusring, sondern per Makroschlitten fokussiert - mit anderen Worten: dann, wenn man sie tatsächlich braucht.- Etwas unglücklich geraten ist die Umstellung des Low-ISO-Werts von 100 (E-M1) auf 64 (E-M1 MkII). Da zwischen Low ISO und dem Standardbereich, der bei ISO 200 beginnt, nach wie vor keine Zwischenstufen einstellbar sind, kann man die Low-Stufe jetzt noch schlechter als vorher zur Feinjustage der Belichtung benutzen; außerdem ist, wenn man die Belichtung nicht an der Kamera, sondern am Licht regeln muss, die Rechnerei mit 4/3 Blendenstufen jetzt unkomfortabler.- Ungeachtet deren teilweise erweiterter Funktion hat sich bei Anzahl und Position der Bedienelemente gegenüber der E-M1 praktisch nichts geändert, so dass man sich hier als E-M1-User nicht umgewöhnen muss. Überhaupt dürften Bedienung, Grundfunktionen und Menüstruktur jedem, der von einem beliebigen anderen OM-D-Modell umsteigt, von Anfang an derart vertraut sein, dass man direkt mit der neuen Kamera loslegen und sich die neuen Features nach und nach aneignen kann. Wer dagegen vorher mit Nikon oder (gar) Canon etc. gearbeitet hat, für den wird der Umstieg erstmal schwer. Das wäre aber umgekehrt nicht anders...2. Der elektronische VerschlussHeutzutage nutzen die allermeisten Digitalkameras CMOS-Bildsensoren, die nur als Rolling Shutter ausgelesen werden können, d.h. wie bei einem mechanischen Verschluss werden kurze Belichtungszeiten nicht dadurch realisiert, dass alle Einzelsensoren _gleichzeitig_ belichtet und danach ausgelesen werden ("Global Shutter", das Ausleseprinzip der früheren CCD-Sensoren), sondern die Gesamtbelichtung und erfolgt _zeilenweise_ ("Rolling Shutter") mit einem Zeitversatz, der mit dem mechanischer Verschlüsse leider absolut nicht konkurrieren kann.Mit dem optional (bzw. für manche Aufnahmetechniken ausschließlich) nutzbaren elektronischen Verschluss der MkII hat Olympus ohne Frage ein Meisterwerk hingelegt, das aktuell noch von keinem Konkurrenzmodell geschlagen wird (auch wenn das wohl nicht lange dauern wird): Immerhin konnte die Ablaufgeschwindigkeit (also die Zeit von der Belichtung der ersten bis zu der der letzten Zeile) trotz höherer Zeilenzahl gegenüber der der E-M5 MkII (bisheriger State of the Art) auf 1/60 Sekunde halbiert werden. Eine technische Pionierleistung - aber gemessen am fotografischen Nutzwert für kurze Belichtungszeiten ist das gerade mal ein Sprung aus den finsteren 20ern in die finsteren 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.Um mir die Stärke des Rolling Shutter-Effekts anzuschauen, habe ich ein paar Testaufnahmen gemacht, die ich auch zu dieser Rezension hochgeladen habe:Bild 1 zeigt meinen "Testaufbau", einen Tischventilator, auf dessen Flügel ich rote Isolierbandstreifen geklebt habe. Nach dieser stehenden Aufnahme habe ich den Ventilator natürlich eingeschaltet, da ich ja ein bewegtes Objekt fotografieren wollte.Bild 2 habe ich dann mit dem mechanischen Verschluss bei einer Belichtungszeit von 1/8000 Sekunde (kürzestmögliche Zeit) aufgenommen. Erwartungsgemäß konnte diese Belichtungszeit die Bewegung der Rotorblätter nicht "einfrieren"; Bewegungsunschärfen sind deutlich sichtbar. Erfreulicherweise konnte aber die kurze Ablaufzeit des mechanischen Verschlusses (die mit 1/320 Sekunde zwar nicht die schnellste am Markt, aber durchaus ordentlich kurz ist) noch keine nennenswerten Rolling Shutter-Verzerrungen erzeugen; das Level der Verkrümmungen liegt unter dem der Unschärfe.Bild 3 habe ich ebenfalls mit 1/8000 Sekunde aufgenommen, diesmal allerdings mit dem elektronischen Verschluss. Auffällig sind zwei Dinge: Erstens natürlich die unübersehbare Verzerrung, zweitens die unerklärlicherweise fehlende Bewegungsunschärfe. Während die Verzerrung anschaulich zeigt, dass der elektronische Verschluss für die Aufnahme schnell bewegter Objekte untauglich ist (es sei denn, man macht gern solche Scherze, wie z.B. sein Gesicht oder andere Körperteile über den Fotokopierer zu ziehen), sagt uns die fehlende Unschärfe noch etwas ganz anderes: Die _tatsächliche_ Belichtungszeit pro Zeile kann nicht 1/8000 Sekunde gewesen sein. Stattdessen wurde ganz offensichtlich deutlich kürzer belichtet und das Ergebnis künstlich heller gerechnet (bzw. die fest eingestellte Empfindlichkeit "heimlich" angehoben).Bild 4 dann ist mit elektronischem Verschluss bei 1/32000 Sekunde fotografiert. Die Schärfe ist auffällig identisch mit der von Bild 3, die Verzerrung noch "lustiger".Fazit für mich: Extrem kurze Belichtungszeiten braucht man ausschließlich für schnell bewegte Objekte (oder Fotografen, was im Effekt auf dasselbe hinausläuft), und genau für diese ist der elektronische Verschluss so gut wie untauglich. Nicht nur die beworbene kürzeste Verschlusszeit von 1/32000 Sekunde ist unbrauchbar, auch bei deutlich längeren Zeiten tendiert der elektronische Verschluss zu unerwünschten Verzerrungen, weshalb der mechanische immer zu bevorzugen ist, wenn es machbar ist. Auch die Blitzsynchronzeit, die zwangsweise immer länger sein muss als die Ablaufzeit, ist dementsprechend beim elektronischen Verschluss monströs lang (1/50 Sekunde gegenüber 1/320 (nur mit FL-LM3) bis 1/250 (andere Blitze) beim mechanischen), wodurch in vielen Situationen der Ausschluss von Umgebungslicht unmöglich gemacht wird.Aber: Missen möchte ich den elektronischen Verschluss auch nicht, denn Funktionen wie Sensorshift-Multishots, lautlose Aufnahme, Highspeed mit Vollauflösung und PreCapture (bei Olympus: "ProCapture") werden dadurch überhaupt erst möglich. Für die Zukunft sehe ich hier das größte Weiterentwicklungspotential: Erste CMOS-Sensoren mit Global Shutter-Auslesung existieren bereits als Prototypen, sind aber derzeit noch zu voluminös und zu teuer in der Herstellung, um an eine Serienfertigung überhaupt nur zu denken. Die Serienreife wird dem Vernehmen nach Anfang der 2020er Jahre erwartet - die Frage ist, ob bis dahin die Rolling Shutter-CMOSs nicht zumindest ihren mechanischen Pendants das Wasser reichen können.3. Der AutofokusHier gibt es praktisch nichts zu meckern. Die Kamera differenziert 800 Fokusmessfelder für den Kontrast-Autofokus, außerdem sind (echtes Novum) auf dem Bildsensor 121 Phasenvergleichssensoren integriert, die alle (!) als Kreuzsensoren ausgeführt sind. Was Fokusgeschwindigkeit, -treffsicherheit und prädiktive Qualitäten dieses Hybridsystems angeht, kann man wohl sagen, dass diese ehemalige Domäne von SLR-Systemen endgültig von den spiegellosen Systemkameras eingenommen wurde. Einzig die Objekterkennung und -verfolgung im C-AF ist noch etwas lahm; bewegt sich das Objekt im Bild zu schnell, was sehr leicht der Fall ist, wird es "verloren" und nicht mehr im Fokus gehalten.4. Der BildstabilisatorLaut Olympus holt der neue Stabi gerade mal eine halbe Blende mehr raus als der Vorgänger in der E-M1. In der Praxis ist davon natürlich nichts zu merken; hier ist wohl erst einmal das Ende der Fahnenstange erreicht, da für eine höhere Stabilisierung zunächst die komplette Sensorik "neu erfunden" werden müsste. Nichtsdestotrotz ist der Stabi gleichbleibend hochklassig und durch die Möglichkeit der Synchronisation mit den optischen Stabis von kompatiblen Objektiven weiterhin wohl der effizienteste am gesamten Kameramarkt - was eben und gerade bei MFT nicht ganz unwichtig ist, denn wo der Nikon D5-User mal eben seine Lichtempfindlichkeit auf wahnwitzige ISO 3.280.000 hochschraubt, muss der Olympus-Jünger sich nach wie vor mit 25.600 zufriedengeben (wobei das eine wie das andere keine hochwertigen Ergebnisse mehr produziert, aber die Relationen nach unten hin bleiben ähnlich).Neu dagegen (zumindest in der M1-Klasse) ist ein "Quasi-Abfallprodukt" des Stabilisators:5. Der Multishot-ModusMit der E-M5 MkII neu eingeführt und für die E-M1 MkII bei proportional höherer Auflösung übernommen wurde die Möglichkeit, die Antriebe der linearen Stabi-Achsen 1 und 2 für hochpräzise Sensor-Shifts zu benutzen und damit Multishots mit massiv erhöhter Auflösung zu ermöglichen. Die Shift-Multishot-Idee an sich ist nicht neu, das hatten Sinar-Rückteile schon vor rund 10 Jahren. Jedoch nutzten bisherige Multishot-Sensoren nur vier Aufnahmen, um damit entweder eine Erhöhung der Auflösung zu erreichen (1/2 Sensorpixel Versatz) oder alle RGB-Werte physikalisch aufzuzeichnen, statt zwei Drittel davon zu interpolieren (1 Sensorpixel Versatz). Olympus kam als erster Hersteller auf die Idee, Multishots aus acht Teilaufnahmen zu machen und damit beide Vorteile zu mischen. Das ist nicht dumm, denn Stativmontage und absolut unbewegliche Objekte sind sowieso Grundvoraussetzung für Multishots - ob vier oder acht Aufnahmen, macht da keinen Unterschied.Aber gibt es tatsächlich Objektive, die eine derart hohe Auflösung (80 Megapixel) auf einer derart kleinen Sensorfläche tatsächlich ausnutzen können? Nun, "ausnutzen" ist in dem Zusammenhang ein großes Wort, aber definitiv kann man mit einigen höherwertigen Objektiven von der großen physikalischen Auflösung massiv profitieren. Unten seht ihr zwei Beispielfotos, jeweils einmal als Vollausschnitt und einmal als 1:1-Crops: Bild 5 und 6 stammen von meinem mittlerweile 13 Jahre alten Makro-Zuiko 50:2,0, Bild 7 und 8 vom neuen 300:4,0. Falls ihr euch die 1:1-Crops auch 1:1 anschauen wollt (macht ja irgendwie nicht viel Sinn sonst), müsst ihr sie erst per Drag&Drop runterladen; die Browserdarstellung ist immer skaliert. Die Bilder sind übrigens Adobe RGB (Profile werden beim Upload entfernt).Damit der Multishot-Modus aber nicht allzu nützlich wird, hat Olympus ihn mit ein paar Einschränkungen versehen, die den Nutzwert schmälern:1. Die physikalische Sensorauflösung im Multishot-Modus liegt bei rund 220 lp/mm. In diesen Dimensionen spielt die Lichtbeugung schon eine große Rolle, daher darf nicht zu weit abgeblendet werden. "Darf nicht" heißt aber in diesem Fall "kann nicht", denn Olympus hat firmwareseitig alle Blenden kleiner als 8 für diesen Modus blockiert. Wenn die Beschränkung auch verständlich ist, die Umsetzung ist doch etwas hemdsärmelig, denn relevant für die Lichtbeugung ist nicht die relative, sondern die absolute Blendengröße. Bei einem 7 mm-Weitwinkel kann man mit Blende 8 schon massive Beugungsunschärfen erwarten, bei 300 mm Brennweite dagegen setzen die nicht vor Blende 16 ein. Entsprechend differenzierte Einstellmöglichkeiten wären wünschenswert, da der Verlust an Schärfentiefe die Anwendungsmöglichkeiten schmerzhaft dezimiert.2. Zur Vermeidung von Erschütterungen wird ausschließlich der elektronische Verschluss benutzt. Verwendet man also Blitzgeräte, kann als kürzeste Synchronzeit 1/50 Sekunde verwendet werden. Dementsprechend erhöht sich die Gefahr von Fremdlichteinwirkung.3. Die volle Auflösung von 80 Megapixeln wird nur als RAW-Datei (Format ORF) gespeichert. Zusätzlich wird ein JPEG mit knapp 50 MPx erzeugt, und die erste der 8 Teilbelichtungen wird außerdem als 20-MPx-RAW im exotischen Format ORI gespeichert. Für die "schnelle" Schärfenkontrolle nach der Aufnahe muss also erst einmal die ORF-Datei interpretiert werden (siehe hierzu auch "(In-)Kompatibilitäten)".Falls der Multishot-Modus für dich ein wichtiges Kriterium ist, lies bitte unbedingt auch noch die Kapitel "(In-)Kompatibilitäten" und "Kinderkrankheiten" weiter unten.6. Der neue Akku BLH-1Normalerweise würde ich in einer Rezension nicht auf die Idee kommen, dem Akku ein eigenes Kapitel zu widmen (es sei denn, es handelt sich um die Rezension eines Akkus). Aber an diesem Ding gibt es genug zu motzen, das muss einfach raus...a) Das Ding ist extensiv gechippt. Auf dem Akku gespeichert werden Bildzähler- und Diagnosedaten und der Ladestand in Prozent. Ganz toll. Braucht das jemand? Das Vorhandensein unnötiger Funktionen an sich würde mich ja nicht so stören - aber für mich bedeutet das vor allem, dass Olympus sich hier wirkungsvoll gegen die Verwendung von Fremdakkus - und damit auch gegen einen Verfall des stolzen Preises von rund 80 Euro für den eigenen Akku - absichert: Zwar gibt es auch vom BLH-1 schon Fremdnachbauten (sogar mit der Größe angemessener Kapazität von 2040 mAh, wenn's denn stimmt), diese müssen aber bei Verwendung in der Kamera als Fremdakkus bestätigt werden, liefern keine Ladestandsinformation und sind mit dem Original-Ladegerät von Olympus nicht aufladbar.b) Das Ding ist erstaunlich groß und erstaunlich leicht. Die Größe (man lege mal z.B. einen Nikon EN-EL15 daneben, der hat 180 mAh mehr, ist aber kleiner) ist vor allem ein Ärgernis im Hinblick auf den geringen Abstand zwischen Akkufach und Stativgewinde. Das geringe Gewicht dagegen lässt zwei mögliche Interpretationen zu: Entweder frisst die neue Bordelektronik massiv Platz im Akkugehäuse (nochmal: Braucht das jemand?), oder aber die Akkuzellen wurden bewusst kleiner/schwächer gewählt als nötig, um - ja, um was? Das Kameragewicht auf Kosten der Leistung künstlich zu verringern? Nächstes Jahr ein Nachfolgemodell mit "verbesserter Leistung" präsentieren zu können? Thermische Konstruktionsprobleme zu entschärfen? Alle Möglichkeiten sind plausibel, keine ist akzeptabel, zumal die Kamera so stromhungrig ist, dass sie es auch mit 1720 mAh gerade mal auf 440 Auslösungen pro Akkuladung (nach CIPA-Standard) bringt. Was zwar mehr ist, als die E-M1 schaffte (330), aber das Ausdauerlevel gerade mal von "schlecht" auf "unteres Mittelfeld" hebt.Kurz und knapp: Beim BLH-1 hat Olympus sich in keiner Hinsicht mit Ruhm bekleckert. Die E-M1 MkII ist in vielerlei Hinsicht ein "Angriff" auf die SLR-Konkurrenz - was die Ausdauer angeht, bleibt sie aber unnötig weit dahinter und verschenkt offensichtliches Potenzial. Die Möglichkeit, die Kapazität zumindest durch einen Zusatzhandgriff zu verdoppeln, ist auch kein Argument - zum einen ist das in etwa so wie "Wenn dir der Kofferraum zu klein ist, kauf dir doch einen Anhänger", zum anderen ist zwei mal wenig immer noch weniger als zwei mal mehr.7. Die GeschwindigkeitDie Geschwindigkeit, mit der eine Kamera einsetzbar ist, setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen, und die muss man einzeln betrachten, wenn man sie auf Aufnahmesituationen übersetzen will:a) Die (mechanische) Aufzugsgeschwindigkeit des Verschlusses bestimmt, wie schnell die Kamera nach einer Auslösung frühestens wieder bereit ist.b) Die Auslöseverzögerung, größtenteils bedingt durch die Fokuszeit, bestimmt, wie schnell nach dem Drücken des Auslösers tatsächlich ausgelöst wird.c) Der Pufferspeicher bestimmt, wie viele Aufnahmen in Folge mit der Geschwindigkeit aus a) möglich sind.d) Der Prozessor und das Kartenlaufwerk bestimmen, wie schnell der Pufferspeicher nach einer Aufnahmeserie weider freigegeben wird.Zu a) gibt die Kamera sich keine Blöße - zwar ist die Grundgeschwindigkeit mit 10 B/s eigentlich nicht höher als beim Vorgänger, jedoch kann man (wo das Sinn macht) unter Verzicht auf AF-C diesen Wert auf 15 B/s hochsetzen. Benutzt man gar den elektronischen Verschluss (mit Vorsicht im Hinblick auf die oben geschilderten Nachteile), bekommt man mit AF-C bis zu 18 B/s und ohne gar 60, was denn auch das absolute Ende der Fahnenstange ist - wir erinnern uns, die Ablaufzeit des elektronischen Verschusses liegt bei 1/60 Sekunde, was bedeutet, dass hier auch bei kürzerer Effektivbelichtung ohne Pause permanent belichtet und ausgelesen wird.Bezüglich b) ist die MkII ein echtes Highlight, dem so leicht keine andere Kamera das Wasser reichen kann.Was c) angeht, kann man sich nicht beschweren - gegenüber dem Vorgänger wurde die Speichergröße immerhin verdoppelt. Das erlaubt auch unter Berücksichtigung der höheren Auflösung und höheren Bildfrequenz jetzt noch deutlich umfangreichere Bildserien, als es mit der in dieser Hinsicht schon nicht schlechten E-M1 möglich war. "Am Stück" fasst der Speicher jetzt 48 Bilder. Die maximale Seuqenzlänge, die sich daraus ergibt, ist abhängig von der Bildfrequenz natürlich schon bei 10 B/s um ein Vielfaches größer. Hier wird dann d) bedeutsam:Zu d) ist zu sagen, dass die MkII einen UHS-II-Kartenslot besitzt, der natürlich nur in Verbindung mit einer UHS-II-Speicherkarte maximale Geschwindigkeit erlaubt. Das theoretische Schnittstellenmaximum liegt bei 312 MB/s, wird aber von der Kamera lange nicht ausgenutzt. Laut dem Testbericht von digitalkamera-de soll sie immerhin bis zu 170 MB/s schreiben, was sich in meinen eigenen Tests allerdings leider nicht bestätigt hat - über 90 MB/s ist mein Exemplar nicht hinausgekommen (als Karte habe ich eine SanDisk Extreme Pro UHS-II, die laut Hersteller 260 MB/s, laut CHIP-Test 253 MB/s schreibt). Da ich noch keinen UHS-II-Kartenleser habe, konnte ich bisher die Karte nicht unabhängig von der Kamera testen, allerdings würde es mich erfahrungsgemäß wundern, wenn sie die Testwerte dermaßen unterschreiten würde. Dankbar wäre ich daher für Kommentare mit Vergleichswerten.Wer übrigens jetzt im Umkehrschluss auf die Idee kommt, dass bei 90 MB/s auch eine UHS-I-Karte mit 95 MB/s ausreicht, liegt leider falsch - im UHS-I-Modus schreibt die Kamera erheblich langsamer (bei mir 36 MB/s).Für meine Anwendungsbereiche kann die Kamera so oder so jegliche Anforderung erfüllen bzw., was die Seriengeschwindigkeit angeht, deutlich überschreiten - wie es in anderen Fällen aussieht, muss jeder Anwender für sich entscheiden.8. BildqualitätBisher hat es Olympus seit Einführung des FT-Formats immer geschafft, sowohl die Sensorauflösung zu erhöhen (wenn auch in moderaten Schrittchen) als auch das Rauschverhalten in den höheren Empfindlichkeitsstufen zu verbessern. In dieser Hinsicht ist auch die E-M1 MkII keine Überraschung. Was mich seit dem 16-Megapixel-MFT-Sensor etwas nervt, ist die Neigung zu Mosaikbildung in Flächen, die auch beim aktuellen Sensor zu beobachten ist, aber noch im Bereich des Erträglichen liegt. Ebenfalls nicht (aber zumindest auch nicht zum Schlechteren) geändert hat sich die relativ geringe Fehlbelichtungstoleranz, die einfach der geringen Sensorgröße geschuldet ist.9. (In-)KompatibilitätenKompatibilitätsprobleme halten sich bei der MkII in Grenzen, sind aber natürlich durchaus vorhanden.Für Benutzer älterer Olympus-Systemblitze ist zunächst mal beunruhigend, dass der Blitzschuh geändert wurde und jetzt über einen zusätzlichen Kontakt verfügt. Dies führt aber offensichtlich nur zu minimalen Inkompatibilitäten: Meine "alten" FL36R-Blitze sind nach wie vor in allen Modi inklusive TTL und FP betreibbar und auch als TTL-Remoteblitze weiterhin einzusetzen. Das einzige , was nicht mehr funktioniert, ist der automatische Reflektorzoom - naja, verschmerzbar.Akkus und Speicherkarten müssen natürlich neu gekauft werden (sofern nicht schon UHS-II-Karten vorhanden sind), ebenso kameraspezifische Stativplatten.Focus Stacking/Bracketing funktioniert weiterhin nicht mit adaptierten Objektiven (auch nicht FT, Pana/Leica-Objektive fraglich).PreCapture ("ProCapture") funktioniert nicht mit adaptierten Objektiven (auch nicht FT, Pana/Leica fraglich).Nicht mehr verwendbar ist das Makrolicht MAL-1, das den weggefallenen Accessory Port der bisherigen MFT-Olys benötigt.Wichtig ist noch das Software-Thema: Photoshop CS6-User brauchen sich keine Hoffnung mehr zu machen, die RAW-Dateien der MkII jemals mit dem integrierten Raw Converter verarbeiten zu können; dafür ist mindestens die ACR-Version 9.9 der aktuellen Adobe CC nötig. Als Provisorium kann man sich mit Adobe's DNG Converter behelfen, der zumindest die Single Shot-ORFs der MkII CS6-tauglich konvertieren kann, dabei aber natürlich das Speicherplatzaufkommen vedoppelt, wenn man nicht seine Originaldateien löschen möchte. Was aber auch mit CC-Mitteln nicht möglich ist, ist die Interpretation der 80-Megapixel-Multishot-ORFs. Zwar liefert Olympus hierfür kostenlos das Programm "Olympus Viewer 3", aber das ist qualitativ nicht erwägenswert - wer sich mit dem Output dieser Software zufriedengibt, braucht sich nicht die Mühe zu machen, den Multishot-Modus zu benutzen. Hervorragende Ergebnisse bei der Interpretation sowohl der "kleinen" (20 MPx-) als auch der "großen" (80 MPx-)ORF-Dateien liefert hingegen CaptureOne Pro 10. Lediglich die ORI-Dateien sind damit nicht zu verarbeiten, die aber offensichtlich eh nur eine Art Reserve für den Fall darstellen, dass ein Multishot misslingt.Mit Olympus Capture in der aktuellen Version 1.2.0.7 ist die Kamera voll kompatibel.10. KinderkrankheitenBEHOBEN: in den Firmware-Versionen 1.0 und 1.1 verhinderte ein Firmware-Bug, dass in programmgesteuerten Aufnahmesequenzen des elektronischen Verschlusses (also Focus Stacking, Focus Bracketing und Multishot) Blitze über den Mittenkontakt ausgelöst wurden. In derartigen Sequenzen konnte also keine angeschlossene Blitzanlage benutzt werden, allenfalls die Auslösung als Sklavenblitze über einen aufgesteckten Systemblitz (auch FL-LM3) war möglich. Ich habe den Bug in der zweiten Januarhälfte dem (mittlerweile richtig guten) Olympus-Support gemeldet, er konnte dort nachvollzogen werden und wurde in der Firmware-Version 1.2 behoben. Achtet also darauf, ggf. upzudaten!Etwas rätselhafter ist, dass meine Kamera bisher zweimal regelrecht abgestürzt ist (eingefrorenes Sucherbild, keine Bedienung möglich, Ausschalten nützt nicht - Reset nur durch Entfernen des Akkus möglich). Beide Abstürze ereigneten sich nach dem Update auf 1.2; ob ich vorher einfach Glück hatte oder mit dem Update ein neuer Bug aufgetaucht ist, kann ich nicht sagen. Sollte sich das noch öfter ereignen, werde ich es wohl als Garantiedefekt melden müssen. bzw. den Support interviewen. Hat jemand schon mal etwas Ähnliches erlebt? Dann bitte ab in die Kommentare damit!Mein Fazit:In vielerlei Hinsicht (siehe vor allem die Punkte unter "Ergonomie") ist die E-M1 MkII die Kamera, die eigentlich schon die E-M1 hätte sein sollen (und können). Diesen Punkten, die ich bestenfalls als "Nachbesserung auf Kosten der Kunden" ansehen würde, gesellt sich aber eine derartige Fülle an technischer Weiterentwicklung und echten Innovationen hinzu, dass die MkII definitiv viel eher ihre 2000 Euro wert ist, als der Vorgänger seine 1500 Euro wert war.Perfekt ist die Kamera durchaus nicht, und es gibt nichts, was schneller altert als modernste Technik. Im Moment aber ist jedenfalls in diesem Segment m.E. nichts Besseres zu kriegen.
99 von 107 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.Genialer Nachfolger!
Von Fotomo
Über diese Kamera könnte man ganze Romane schreiben. Ich will versuchen, die Eindrücke die ich in den letzten Wochen intensiver Nutzung gewonnen habe hier halbwegs kompakt zu Papier zu bringen. Natürlich auch im Hinblick auf den Vorgänger E-M1.Auf die Kamera haben viele Fotografen die Micro 4/3 nutzen lange gewartet. Leider hat sich dann die Produktion durch das Erdbeben in Japan und die damit verbundene Sensor Knappheit verzögert. Aber Olympus hat es dennoch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft geschafft.Die Ankündigungen von Olympus zur E-M1 Mark II waren erstaunlich. Bisher kaum geglaubte Werte in Punkte Geschwindigkeit der Serienbildrate und des Autofokus.Folgendes hat sich auf dem Papier zum Vorgänger getan:– Neuer 20 MP Sensor– 121 Fokusfelder gegenüber 81, alles Phasen AF Punkte– Deutlich verbesserter elektronischer Verschluss (EV) mit Auslesegeschwindigkeit 1/60s– Ebenfalls verbesserter mechanischer Verschluss (MV), der offenbar keine Shutter Shock Probleme mehr macht und sich dezenter anhört– Display nun dreh und schwenkbar– Erheblich verbessertes Autofokus System– Serienbildrate mit EV 18 fps mit AF und 60 fps ohne AF– Serienbildrate mit MV 10 fps mit AF und 15 fps ohne AF– ProCapture mit bis zu 14 vollaufgelöst gespeicherten RAW Bildern bevor der Auslöser gedrückt wird– Größerer Akku mit ca 40-50% mehr Kapazität– Verbesserter Bild-Stabilisator im Gehäuse– 1/32000s mit EV– 2 Speicherkartenslots, davon einer UHS2 fähig– Highres Modus mit Sensorshift für ein 50MP JPEG bzw 80MP RAW Bild– Etwas größerer Griff– Übersichtlichere Menüstruktur– Kopfhörer Ausgang– Separate Buchse für Fernauslöser– 4K Videoaufnahme UHD Und Cine4K ohne Crop!– 3 Custom Menüs auf dem Moduswahlrad– Gewicht 75g höher– Autofokus ist individuell begrenzbar in Metern– Und und und. Die Liste ist fast endlosAber von vorne. Ich habe lange Zeit mit Canon DSLR fotografiert und seit 2014 dann nebenher mit den Micro 4/3 Kameras geliebäugelt, angefangen damals mit der GX7. Diese ist längst verkauft und einer E-M1 gewichen. Nach vielen anderen Kameras aus dem Micro 4/3 Segment blieb die E-M1 stets meine meistgenutzte Hauptkamera, sie fühlt sich einfach richtig an, jedes mal wenn ich mit ihr fotografiere. Nun habe ich eine umfangreiche Ausrüstung im Micro 4/3 Bereich. Es macht einfach Spaß und geht mir flüssig von der Hand. Und nun kam endlich der von mir lang ersehnte Nachfolger heraus. Daher will ich auf einige Punkte eingehen (eine vollständige Auflistung und Bewertung aller Features würde den Rahmen sprengen daher nehme ich die heraus, die ich persönlich am häufigsten nutze). Außerdem soll vor allem der Vergleich zum Vorgänger gezogen werden./ Gehäuse, Haptik und Knöpfe:Die Kamera hat einen Magnesium Body der abgedichtet ist gegen Spritzwasser. Ein sehr gut ausgeformter Handgriff ist ins Gehäuse integriert. Dieser ist im Vergleich zum Vorgänger ein wenig gewachsen um das neue SD Fach und den größeren Akku aufnehmen zu können. Die Kamera liegt mir auch mit dem vergrößerten Griff sehr gut in der Hand. Da ich relativ kleine Hände habe lag mir die E-M1 einen Ticken besser, was aber unerheblich ist da beide fast wie angegossen sind.Die Kamera fühlt sich extrem hochwertig an. Ein absolutes Profi Gerät. Die Knöpfe haben gute Druckpunkte und funktionieren einwandfrei. Das vordere Einstellrad geht nun etwas leichtgängiger als bei der E-M1. Das Moduswahlrad kann mit einem Druck auf den Knopf in der Mitte arretiert werden, was ich sehr praktisch finde.An den Auslöseknopf muss man sich erstmal gewöhnen. Schon bei der E-M1 war dieser etwas schwammig aber das ist nochmals krasser geworden. Oft habe ich nicht nur fokussiert sondern direkt ausgelöst in den ersten Tagen. Grade beim elektronischen Verschluss löst man gerne mal eine Weile aus Versehen aus und wenn man gerade auf 60B /s eingestellt hat wird die Karte schnell voll.Die Abdeckung des SD Kartenfach passt nicht ganz zum sonst hervorragenden haptischen Gesamteindruck. Diese wirkt etwas wie Billigplastik. Die Funktion ist aber einwandfrei.Bei meinem Exemplar, und damit bin ich nach diversen Foren Recherchen auch nicht der einzige, hängt das Display im eingeklappten Zustand ganz leicht nach unten. Sobald ich die Kamera mal entbehren kann werde ich sie deswegen zum Service schicken. Zwar nur ein kosmetisches Problem aber bei einer 2000€ Kamera toleriere ich das nicht./ Bedienung:An der grundsätzlichen Bedienung hat sich bei der Kamera nicht viel verändert. Die meisten wichtigen Einstellungen kann man nach wie vor im sehr übersichtlichen Super Control Panel durchführen. Dieses ist nun standardmäßig aktiviert.Das eigentliche Menü ist etwas übersichtlicher strukturiert und logischer aufgebaut. Alle Punkte die man sucht findet man nun auch unter den entsprechend passenden Menüs. Dies war beim Vorgänger teilweise noch etwas verwirrend.Die Kamera hat dennoch eine Fülle von Einstellungsmöglichkeiten im Menü. Hier kann man schnell erschlagen werden wenn man das erste mal etwas sucht. Bisher gibt es noch keine detaillierte Anleitung für die Kamera außer natürlich die beiliegende Betriebsanleitung.Die mysets wurden verändert. Bisher konnte man individuelle Einstellungen abspeichern und auf beliebige Punkte an dem Moduswahlrad festlegen, bzw auch auf Tasten. Nun gibt es 3 dedizierte Stellungen auf dem Wahlrad, C1-C3. Diese kann man individuell konfigurieren je nach Wunsch und dann abspeichern. Wenn man die Kamera aus und einschaltet werden nicht abgespeicherte Änderungen wieder verworfen, also nicht wie bei den PASM Modi wo sie erhalten bleiben. Die ganzen Einstellungen im Menü zu Autofokus und so weiter sind übrigens ebenfalls für die C1-C3 Modi separat abspeicherbar.Die Tasten der Kamera können auch fast vollständig individuell konfiguriert und belegt werden.Hat man sich die Kamera nach seinen Wünschen konfiguriert, so geht die Bedienung sehr flüssig. Da die ganzen Informationen im Sucher angezeigt werden muss man selten auf die Kamera schauen um die wichtigsten Einstellungen kurzfristig zu verändern. Vieles was man nicht auf eine Taste gelegt hat findet sich außerdem im Super Control Panel. Der Touchscreen rundet die Sache ab und funktioniert einwandfrei. Hier gibt es keine Überraschungen zum Vorgänger.Es macht auch mit der E-M1 Mark II einfach richtig Spaß zu fotografieren!/ Sucher und Display:Das Display löst sehr fein auf und ist kontrastreich. Die Touchfunktion arbeitet zuverlässig und ohne merkbare Reaktionszeit. Allerdings merke ich hier kaum Verbesserungen zum Vorgänger. Außer dass der Sucher eine noch kürzere Verzögerungszeit hat. Somit kommt man schon sehr nah an einen optischen Sucher heran mitllerweile. Insgesamt also weiterhin auf sehr gutem Niveau. Klar hat das optische Bild einer DSLR ein paar Vorteile aber die Vorzüge des elektronischen Suchers möchte ich nicht mehr missen. „What you see is what you get“ ist hier die Devise. Ich sehe genau, wie mein Bild belichtet sein wird. Kein Testfoto oder mühsames Umstellen der Belichtungsmessung. Einfach kurz am Korrekturrad gedreht und man hat die richtige Belichtung gefunden.Der Näherungssensor funktioniert auch sehr gut. Sobald man mit dem Auge in die Nähe kommt schaltet sich der Sucher ein und das Display aus. Natürlich kann man diesen auch abstellen und manuell umschalten.Das nun dreh und schwenkbare Display ist ein Segen. Ist allerdings auch Geschmacksache. Viele bevorzugen Klappdisplays oder sogar ganz feste. Mir gefällt es persönlich so am besten. Ich filme auch sehr gerne und da ist das einfach eine enorme Hilfe. Kleiner Wermutstropfen ist, wenn man ein externes Mikrofon anschließt verdeckt das einen Teil des Bildschirms, wenn dieser nach vorne geklappt ist./ Autofokus, Belichtung und Auslöser:Eine der großen Neuerungen ist der unfassbar gute Autofokus. Hier setzt Olympus weiterhin auf den Hybrid AF, eine Kombination aus Phasen und Kontrast Autofokus. 121 Fokusfelder statt 91. Neu hinzugekommen ist ein 5er Feld. Leider fallen die kleinen Spot-AF Felder weg. Allerdings sind die Standardfelder sowieso geschrumpft, so dass es kein großer Verlust ist. Dennoch würde ich mir einen Punkt AF wünschen wie Panasonic ihn schon lange anbietet.Weiterhin gibt es natürlich immer noch den genialen Touch Auslöser. Per Druck auf das gewünschte Motiv auf dem Bildschirm wird dort fokussier und sofort ausgelöst. Das geht bei der Mark II so unglaublich schnell, dass man das Gefühl hat, den Monitor noch gar nicht berührt zu haben bevor das Bild schon im Kasten ist. Traumhaft für Ziele die sich flott bewegen und häufig die Richtung wechseln und so aus einem starren AF Feld verschwinden (z.B. für spielende Kinder).Generell ist die Verzögerung der Kamera so kurz dass man sich vorkommt als könnte sie vorrausahnen was man als nächstes machen will.Der C-AF wurde spürbar verbessert. Nicht nur die Bildrate bei der er aktiv ist (18 fps mit EV und 10fps bei MV), sondern auch die Treffsicherheit. Außerdem sind die Dunkelphasen zwischen den Bildern viel kürzer und somit die Verfolgung des Motivs einfacher. Es ist fast schon trivial einfach, gute Serien zu schießen. Natürlich abhängig vom Motiv. Wenn es extrem unberechenbar wird kommt man immer noch schwer hinterher vor allem bei Telelinsen. Aber das Problem hat man genauso mit DSLR Kameras. Abhilfe kann hier noch der EE-1 Dotsight schaffen, der die Verfolgung des Ziels vereinfacht. Für meine Zwecke brauche ich diesen aber nicht mehr.Die Trefferquote ist sehr hoch. Teilweise sogar 100% ohne einen Fehlfokus in der Serie. Selbst bei 18 Bildern pro Sekunde.Wer noch ältere FT Optiken sein eigen nennt kann mit dem richtigen Adapter diese dank der Phasensensoren mit sehr schnellem Fokus an der E-M1 Mark II verwenden. Auch hier hat die Kamera nochmals deutlich zum Vorgänger zugelegt.Die Konfigurierbarkeit des AF ist umfangreich. Beim C-AF ist vor allem die C-AF-Sperre von Interesse. Damit kann man festlegen, wie schnell die Kamera ein neues Fokusziel sucht, wenn Störobjekte vor die Linse laufen. Die richtige Einstellung hängt also davon ab was man fotografiert und auch ein wenig von den persönlichen Vorlieben.Je nachdem was man verfolgen will finde ich persönlich das 5er Feld oder das Einzelfeld am besten. Mit allen Feldern aktiviert ist das Ganze Glücksache und man kann nicht wirklich vorausahnen, was die Kamera scharfstellen wird.Genial ist: Die Spot Belichtungsmessung wirkt nun auf den eingestellten Fokuspunkt und nicht mehr auf die Mitte des Motivs./ Bildqualität und Sensor:Die Bildqualität die mit den vergleichsweise kleinen Sensoren von Micro 4/3 möglich ist, ist für nahezu alle fotografischen Anwendungen mehr als ausreichend. Ich drucke viele meiner Bilder auf A4 / A3 aus und bin immer wieder überrascht wie gut diese aussehen. Die Objektive liefern eine sehr hohe Schärfe und auch Freistellpotential ist genug vorhanden wenn man lichtstarke Festbrennweiten nutzt. Im ISO gehe ich ohne große Schmerzen bis 3200. Selbst ohne umfangreiche Nachbearbeitung überzeugen die Ergebnisse hier. Auch der Dynamikumfang ist ausgezeichnet und die Reserven für die Nachbearbeitung sind umfangreich wenn man im RAW Format fotografiert.Zum Vorgänger spricht Olympus von einer Blende Vorteil im Rauschverhalten. Das kann ich so nicht bestätigen. In den Lichtern sind mehr Reserven, so dass man hier nicht mehr so sehr darauf achten muss, dass diese nicht ausgebrannt sind. Für 20 Megapixel ist das Rauschverhalten im Vergleich zu den anderen Micro 4/3 Sensoren gut. Zum Vorgänger aber etwa eine halbe Blende nur im Vorteil. Allerdings ist das eine sehr subjektive Einschätzung. Gut finde ich, dass es trotz des Megapixel Sprungs eine Verbesserung gibt und keinen Rückschritt.Natürlich haben die größeren Sensoren hier trotzdem ihre Vorteile aber eben zum Preis der deutlich größeren Objektive. Für >95% meiner Fotos reicht der Micro 4/3 Sensor auf jeden Fall mehr als aus. Die Ergebnisse überzeugen mein Umfeld und mich immer wieder aufs Neue.Der Sensor wurde in der Auslesegeschwindigkeit deutlich verbessert. Zur E-M1 ist er 4 mal so schnell geworden. Dadurch ist der Rolling Shutter Effekt bei der Aufnahme mit elektronischem Verschluss sowie Videoaufnahme deutlich besser geworden. Selbst bei sich recht schnell durch das Bild bewegenden Motiven tritt er kaum noch auf.Dadurch ist er meiner Meinung nach nun wirklich gut Nutzbar auch für Action Aufnahmen. Trotzdem muss man natürlich situationsbedingt entscheiden was besser passt./ Bildstabilisator:War der Stabilisator der E-M1 schon großartig wurde dieser bisher nur von der E-M5 Mark II übertroffen. Aber die E-M1 Mark II legt nochmal nach und bietet bis zu 5,5 Blenden Verwacklungsausgleich. Mit einem der aktuell zwei stabilisierten Objektiven von Olympus (300mm f4 und das neue 12-100 f4) können 6,5 Blenden erreicht werden was laut Olympus das aktuell mögliche Maximum ist, da darüber hinaus wohl die Erdrotation den Sensoren in die Quere kommt.Auch schon der interne Stabilisator mit seinen 5,5 Blenden grenzt an Alientechnologie. Im Weitwinkel Bereich sind mit ruhiger Hand problemlos Verschlusszeiten von einer Sekunde und mehr verwacklungsfrei realisierbar. Und auch im Telebereich kann man erstaunliche Ergebnisse erzielen. Meiner Ansicht nach mit Abstand der beste interne Bildstabilisator auf dem Markt. Panasonic war grade dabei mit der GX80 / G80 und vermutlich der neuen GH5, etwas aufzuschließen aber Olympus baut seinen Vorsprung wieder aus.Man muss sich um die Verschlusszeit praktisch keine Sorgen mehr machen. Das gilt selbstverständlich nur für statische Motive, denn Bewegungen vom Motiv kann der Stabilisator selbstverständlich nicht ausgleichen./ Videofunktionen:Olympus hat bei der Mark II deutlich an den Videofunktionen geschraubt. Nun stehen 1080 60p zur Verfügung und 4K 30p sowie Cinema 4K mit 24p.Die 4K Funktionen haben keinen Sensorcrop somit können problemlos auch weitwinklige Aufnahmen erstellt werden.Von den Modi hat nur Cinema4K eine hohe Bitrate. Das „normale“ 4K ist aber auch von sehr guter Qualität. Ein Mikrofoneingang und einen Kopfhörerausgang bietet die Kamera auch an.Für ambitionierte Filmer ist also gut gesorgt. Die Qualität der 4K und besonders der Cinema4K Aufnahme ist sehr gut. Die Qualität der 1080p Aufnahme dagegen finde ich etwas zu weich. Diese könnte schärfer sein. Allerdings zeichne ich wenn dann sowieso in 4K auf. Eventuell liefert Olympus hier in einem Firmware Update nach.Das Limit der Aufzeichnung liegt leider bei 29 Minuten, so kann man also keine großen Events am Stück aufnehmen.Bei 4K Aufnahme werden alle 5 Minuten die Dateien aufgeteilt. Etwas ärgerlich aber sie lassen sich dann problemlos in einem Schnittprogramm wieder zusammensetzen ohne Unterbrechung. Ob das auch bei 1080p geschieht habe ich noch nicht getestet.Für mich als unregelmäßigen Filmer ist also vollkommen gesorgt und mehr brauche ich aktuell auch nicht. Sehr ambitionierte Filmer oder auch Profis sollten ihr Auge vermutlich eher auf die kommende GH5 richten die bei Video erheblich mehr bieten wird./ High Res Modus und ProCapture:Besonders hervorheben will ich diese beiden Modi. Sie sind recht bequem über das Super Control Panel erreichbar bei den Verschlussmodi.ProCapture schießt Bilder mit 60fps. Und dies durchgehend. 14 davon werden permanent gepuffert während man den Auslöser halb durchgedrückt hat. Sobald man dann durchdrückt werden die 14 letzten Bilder gespeichert sowie die nachfolgenden. Das Ganze in voller Auflösung und in RAW. Natürlich mit elektronischem Verschluss dann. So kann man nicht komplett vorhersehbare Momente super einfangen.Der Highres Modus kommt aus der E-M5 Mark II und versetzt den Sensor zwischen insgesamt 8 Aufnahmen immer um ein kleines Stück um dann die entstehenden, minimal versetzten Bilder, miteinander zur verrechnen. Dabei entsteht ein 50 Megapixel JPEG Bild oder auf Wunsch auch ein 80 Megapixel RAW Bild.Der Detailreichtum ist erstaunlich. Die Bilder sind gestochen scharf! Die Kamera muss dabei allerdings auf einem Stativ stehen. Außerdem sollte sich im Motiv möglichst nichts bewegen. Zwar hat Olympus auch die Software verbessert, mit der Fehler durch bewegliche Objekte ausgemerzt werden sollen, diese kann aber natürlich nicht alles beheben.Dennoch ein super Feature.Sonstiges:Hervorzuheben wäre noch die sehr gute WLAN Funktion der Kamera. In der Verbindung mit der Olympus App auf dem Smartphone kann man hier die Kamera fernsteuern, und zusätzlich die Bilder mit GPS Tags versehen lassen (nachdem man die Route von der App auf dem Smartphone hat aufzeichnen lassen). Funktioniert bei mir einwandfrei.Es gibt natürlich auch einige Filter. Diese verwende ich allerdings so gut wie nie da ich die RAWs am PC bearbeite.Intervallaufnahmen z.B. für Timelapse kann man komfortabel über das Menü einstellen.Auch das Fokus Stacking mit 8 automatisch geschossenen Bildern die intern zu einem durchgehend fokussierten zusammengerechnet werden, sowie Fokus Bracketing für bis zu 99 Bilder stehen natürlich zur Verfügung und dürfte vor allem Makrofotografen freuen. Dabei kann auch eine Verzögerung eingestellt werden falls mit Blitzen gearbeitet werden soll, damit diese nachladen können.Die Akkulaufzeit ist deutlich gesteigert worden. Der Akku ist 40% größer und somit sehr praxistauglich geworden. Gerade bei Serienaufnahmen kann man tausende Bilder aufnehmen.Mein letztes Shooting von einem Lauf Event war am Ende bei 600 Bildern und der Akku war noch bei 85%. Dabei kommt es hauptsächlich darauf an wie lange die Kamera an ist und nicht so sehr wieviele Bilder man in der Zeit dann schießt.Einen optionalen (sehr teuren) Batteriegriff kann man dazu kaufen. Ich hoffe, dass es da bald noch Drittanbieter geben wird. Mit dem Neewer Nachbau für meine Sony A7 II war ich sehr zufrieden bisher.Bulbaufnahme ist in der Kamera mit 30 Minuten möglich. Super!/ Service von Olympus:Olympus bietet einen ausgezeichneten Service. Nicht nur wird die Garantie auf einen Gebrauchtkäufer problemlos übertragen, für die E-M1 Mark II gibt es außerdem noch einen extra schnellen Pro Service. Dieser hat 3 Stufen wobei Stufe 2 und 3 kostenpflichtig sind und nochmals verkürzte Servicezeiten sowie Austauschgeräte und kostenlose Reinigung und Überholung bieten.Da ich mit der E-M1 und meiner E-M5 schon Erfahrungen mit dem Service gesammelt habe kann ich hier bisher nur Positives berichten. Auch mit Käufern von Gebrauchtware geht Olympus sehr kulant um./ Fazit:1999€ UVP kostet die E-M1 Mark II und damit mehr als so manche Kamera mit viel größerem Sensor. Der Preis ist definitiv auf Profi Niveau und für Profis ist die Kamera auch gemacht worden. Was natürlich ambitionierte Amateure nicht ausschließt.Ist der Preis in der Höhe gerechtfertigt? Ich denke ja! Das ist natürlich eine subjektive Sache. Aber die Kamera bietet eine Geschwindigkeit, die sonst nur von den 6000+€ Kameras von Canon und Nikon erreicht wird. Auch in Punkto Autofokus kann sie diesen das Wasser reichen. Olympus hat hier definitiv zur DSLR Profi Klasse aufgeschlossen und daher ist der Preis wirklich in Ordnung auch wenn ich ordentlich schlucken musste als ich die Ankündigung das erste mal gesehen hatte.Die Kamera macht einfach nur einen riesen Spaß. Sie ist so flink, dass man oft das Gefühl hat sie kann vorausahnen was man machen will. Alle ihre Möglichkeiten hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Ich werde natürlich kontinuierlich die Rezension aktualisieren, da ich die Kamera ja nun erst einen Monat lange genutzt habe.Wem würde ich nun die E-M1 II empfehlen?Wenn man die E-M1 hat und sich hauptsächlich bei der Bildqualität verbessern will dann würde ich die 1999€ nicht ausgeben. Da ist der Sprung viel zu gering.Aber wenn man in Sachen Features, Autofokus und Serienbildern eine ordentliche Schippe drauflegen will dann ist sie die perfekte Kamera. Das zweite SD Fach kommt als Bonus hinzu und trägt zur Sicherheit bei. Grade bei Hochzeiten kann einem das buchstäblich das Leben retten!Wer von den anderen Olympus Kameras kommt der wird in fast allen Bereichen einen ordentlichen Sprung erleben. Die Kamera ist nicht umsonst das Flaggschiff und stellt alle anderen im Moment in den Schatten. Und da Olympus und Panasonic sich den Markt in Fotografen und Videofilmer mehr oder weniger aufteilen, wird auch die GH5 die E-M1 II sicherlich nicht vom Thron stoßen können wenn es um Fotos geht im Micro 4/3 Segment.Wer es sich leisten kann: Kauft euch die Kamera. Die E-M1 war ja schon super aber die Mark II macht einfach nochmal mehr Spaß. Ein tolles Stück Technik!Auf meinem Youtube Kanal kommen nach und nach einige kürzere Videos zur E-M1 Mark II und mittelfristig auch ein komplettes Review. Schaut einfach mal rein, den Link setze ich in die Kommentare oder er findet sich auf meinem Rezensenten Profil hier.Viel Spaß beim Fotografieren und falls Fragen offen sind beantworte ich diese gerne in den Kommentaren!
13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.Spitzenklasse
Von JoHu
Die beste Kamera, die ich je hatte. In den letzten 37 Jahren hatte ich von Minolta, Nikon, Olympus, Panasonic, Canon viele Kameras und hatte zuletzt auf Reisen zwei Bodies (Nikon D300s und D700) mit Objektiven mitgeschleppt. Für Rad- und Wandertouren hatte ich zuerst eine Oly 5 Mark ii und diverse Linsen gekauft, zuletzt das 4.0/12-100 (siehe Rezension dort). So richtig konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Oly 1ii viel besser ist als die 5ii, zumal im Internet einiges Kritische zu lesen ist. Gleichwohl: sie ist viel besser und macht riesen Spaß: Haptik, Funktionsumfang, Schnelligkeit und Bildqualität sind (noch) besser. Die Bedienung ist profigerecht besser, weil die wesentlichen Einstellungen durch Direktpunkte erreichbar sind, insbesondere die AF-Einstellung!Tatsächlich ist der Sucher besser und nach meinem Eindruck ist die Belichtungssicherheit größer. Bei der 5ii habe ich bei jpg schon mal Ausreißer und bin mehr und mehr auf RAW gegangen. Bei der 1ii sind die Bilder mit dem 12-100 bei LN spitze und die würde ich auch in Lightroom nicht besser hin kriegen. Der Bildeindruck eines Fotos ist ja immer noch subjektiv und für mich ist die Oly 1ii einen gewissen Schmelz besser ohne das es auf das Mehr an Auflösung ankäme. Wenn man sich daran festhalten will, dass der kleinere Sensor bei ISO 6400 schlechter als bei Vollformat sein soll, na gut, alles kann man nicht haben. Die Bilder bei ISO 1600 sind jedenfalls spitze und mehr brauche ich bei dem Bildstabilisator auch nicht. Höhere ISOs sind indes immer noch gut, so ist es nicht.Die Schnelligkeit und der AF sind eine Klasse für sich - wenn man mit der Kamera umgehen kann und die richtigen Einstellungen macht. Beim Auftakt der Tour de France in Düsseldorf habe ich eine Serie nach der anderen geschossen und nur bei zwei Fahrern im Einzelzeitfahren war die Schärfe nicht a Point. Das lag aber an mir. Ansonsten super verlässlich. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die akkreditierten Fotografen mit ihren zwei Nikon D5 oder Canon und den Kilokanonen bessere Bilder für A-4 Magazine machen. Ich hab das alles mit einem Setup gemacht. Beim normalen Fotografieren von Einzelbildern macht die Schnelligkeit des AF und der Kamera auch riesig Spaß. Und übrigens ist das Freistellungspotential bei der Kamera gut, da braucht es auch kein Vollformat. Bei Offenblende ist das 12-100 einfach Sahne. Zur Videofunktion kann ich nicht viel sagen, ist bei mir nicht der Fokus. Mit der 5ii bin ich da zufrieden,Ein Aspekt bleibt natürlich: der Preis. Stimmt, der ist hoch und lässt einen schlucken. Dafür erhält man aber in der Tat ein faszinierendes Stück Technik, das in der allgemeinen Fotografie alles kann - und das bei viel weniger Gewicht. Klar, die Nikons machen mir nach wie vor Spaß. Die D300s liebe ich, sie wird aber bei Events künftig zu Hause bleiben. Mein Setup habe ich gefunden. Die 5ii geht nicht in Pension, sondern mit einem kleinen 1,8/17 oder 1,8/45 in die Tasche. Also: nicht zögern, kaufen, unboxen, Fotos machen und genießen.